KI-Förderung Steiermark & Graz 2026: Alle Programme
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KI-Förderung Steiermark & Graz 2026: Alle Programme

KI Graz Redaktion5. Oktober 202611 Min. Lesezeit
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Welche KI-Förderungen gibt es 2026 in Graz und der Steiermark? Programme, Förderquoten, Fristen und Antrag – kompakt für KMU erklärt.

Das Wichtigste in Kürze

Wer in der Steiermark im Herbst 2026 ein KI-Projekt fördern lassen will, kommt vor allem über SFG Ideen!Reich und die FFG zum Ziel. Viele bekannte KI-Programme sind 2026 bereits ausgeschöpft oder geschlossen.

  • Geschlossen: Der Grazer Call „A.I. Love Graz“ (Frist 31. März 2026), alle aws-KI-Calls und KMU.DIGITAL. KMU.DIGITAL wird laut WKO ab 2027 nicht fortgeführt.
  • Offen: SFG Ideen!Reich XS (bis 14.000 €, nächster Stichtag 15. Oktober 2026), FFG Innovationsscheck (bis 10.000 €, Frist 2. November 2026) und das FFG Basisprogramm (laufend bis 31. Dezember 2026).
  • Goldene Regel: Fast jede Förderung muss vor Projektstart beantragt werden. Ein unterschriebenes Angebot oder eine Rechnung vor dem Antrag kann die Förderung kosten.

Dieser Leitfaden zeigt, welche Programme für Grazer und steirische KMU jetzt noch offen sind, wie viel sie bringen und wie Sie sie kombinieren. Stand: 5. Oktober 2026.

Alle KI-relevanten Förderungen im Überblick

Sieben Programme stehen steirischen KMU für KI-Projekte derzeit offen. Die Tabelle ist nach Status sortiert, offene Programme zuerst.

ProgrammEbeneWofürFörderungStatus / Frist
SFG Ideen!Reich XSLand SteiermarkKleine Innovations- und KI-Projekte30–70 %, max. 14.000 €Offen, Stichtage 15.10. und 16.11.2026
SFG Ideen!Reich XLLand SteiermarkGrößere Innovationsprojektebis 50 %, max. 75.000 €Offen
SFG Weiter!BildenLand SteiermarkWeiterbildung, auch KI-Schulungen30 %, max. 2.500 € je AntragOffen, laufend
StAF KI-QualifizierungLand SteiermarkKI-Kurse für Beschäftigte, nur bestimmte Regionenbis 80 %, max. 3.000 €Offen bis auf Widerruf
FFG InnovationsscheckBundKI-Leistungen einer Forschungseinrichtung80 %, max. 10.000 €Offen bis 2.11.2026, 11:00
FFG Basisprogramm KleinprojektBundKI-Entwicklung (Prototyp, PoC, MVP)35–60 %, max. 88.500 €Offen bis 31.12.2026
ForschungsprämieBund (Steuer)Eigene F&E-Ausgaben14 % der AusgabenLaufend, jährlich
A.I. Love GrazStadt GrazKI-Piloten für Kleinbetriebemax. 3.000 €Geschlossen seit 31.3.2026
aws Digitalisierung – KIBundKI-Projekte, KI-Beratungbis 150.000 €Geschlossen, kein Call offen
KMU.DIGITALBundDigitalisierungsberatung und -umsetzung–Budget ausgeschöpft, endet 2027

Stadt Graz: A.I. Love Graz

Die Stadt Graz hatte 2026 mit A.I. Love Graz eine eigene KI-Förderung. Der Call ist seit 31. März 2026 geschlossen.

  • Zielgruppe: Grazer Einzelunternehmen, Kleinst- und Kleinbetriebe unter 50 Mitarbeitenden sowie Startups.
  • Gefördert: Marktnahe KI-Anwendungen, also Piloten, Prototypen und konkrete Anwendungsfälle.
  • Höhe: Bis zu 3.000 € pro Ansuchen.
  • Zeitraum: Einreichung 9. Februar bis 31. März 2026, Projektlaufzeit Mai bis November 2026.

Ein neuer Call ist noch nicht angekündigt. Wer für 2027 plant, sollte das Wirtschaftsportal der Stadt Graz ab Jänner im Auge behalten. Die Projektidee kann man schon jetzt vorbereiten.

Land Steiermark: SFG und StAF

Die SFG hat kein Programm mit „KI“ im Namen. Sie fördert nach Projektart, und KI-Projekte laufen meist über Ideen!Reich.

Ideen!Reich XS – der beste Einstieg für KMU

Ideen!Reich XS fördert kleine Innovationsprojekte bis 20.000 € Projektkosten. Die Basisförderung beträgt 30 %. Dazu kommen bis zu vier Boni zu je 10 %:

  • Projekt ist ein Digitalisierungsprojekt (trifft auf die meisten KI-Projekte zu)
  • Kooperation mit einer Forschungseinrichtung, etwa TU Graz, Know-Center oder FH Joanneum
  • Nachhaltigkeitsprojekt
  • Standort außerhalb von Graz

Maximal sind so 70 % bzw. 14.000 € möglich. Für Grazer Betriebe liegt die realistische Obergrenze bei 60 %, weil der Regionalbonus entfällt.

Beispielrechnung: Ein Grazer Handwerksbetrieb lässt für 20.000 € einen KI-Assistenten für Angebote entwickeln, gemeinsam mit einer FH. Basis 30 % plus Digitalisierung 10 % plus Forschungskooperation 10 % ergibt 50 %, also 10.000 € Zuschuss.

Förderbar sind eigene Personalkosten, Material für Prototypen sowie externe Beratung und Machbarkeitsstudien. Stichtage 2026 sind noch der 15. Oktober und der 16. November. Der Antrag muss auf Deutsch und vor Projektbeginn über das SFG-Portal eingereicht werden. Eine Entscheidung kommt frühestens sechs Wochen nach dem Stichtag.

Ideen!Reich XL – für größere Vorhaben

Für umfangreichere KI-Entwicklungen gibt es Ideen!Reich XL mit bis zu 50 % und maximal 75.000 €.

Weiter!Bilden – KI-Schulungen für das Team

Weiter!Bilden übernimmt 30 % der Weiterbildungskosten, bis zu 2.500 € pro Antrag und zwei Anträge pro Jahr. KI-Kurse zählen, wenn sie etwa unter Innovationsmanagement, Strategie oder Fachausbildung fallen. Gastronomie und Beherbergung sind ausgenommen. Antrag stellen, bevor die Rechnung kommt.

StAF: Digi-base und KI-Qualifizierung

Die Steirische Arbeitsförderungsgesellschaft StAF fördert KI-Kurse für Beschäftigte mit bis zu 80 % und maximal 3.000 € netto. Das gilt aber nur in den Regionen Deutschlandsberg, Graz-Umgebung, Obersteiermark Ost und Obersteiermark West. Die Stadt Graz selbst ist nicht dabei. Eine kostenlose Erstberatung (Digi-base) gibt es in Deutschlandsberg und Graz-Umgebung.

Steiermark!Bonus – Aufstockung zur FFG

Wer ein F&E-Projekt im FFG-Basisprogramm einreicht, beantragt den Steiermark!Bonus automatisch mit. Er erhöht für steirische KMU den Darlehensanteil der FFG-Förderung um 20 %.

Bund: FFG, aws und KMU.DIGITAL

Auf Bundesebene ist 2026 die FFG der wichtigste Ansprechpartner. aws und KMU.DIGITAL nehmen derzeit keine Anträge an.

FFG Innovationsscheck – 10.000 € für KI mit Forschungspartner

Mit dem Innovationsscheck mit Selbstbehalt zahlt die FFG 80 % der Leistungen einer Forschungseinrichtung, maximal 10.000 €. Für den vollen Betrag braucht es 12.500 € Projektkosten. Partner muss eine Universität, FH oder außeruniversitäre Forschungseinrichtung sein. Typische KI-Themen sind eine Machbarkeitsanalyse, ein erstes Datenmodell oder die Bewertung eines Anwendungsfalls.

Einreichung läuft über eCall, Frist: 2. November 2026, 11:00 Uhr. Wer den Scheck in den letzten 12 Monaten schon erhalten hat, ist nicht antragsberechtigt.

FFG Basisprogramm Kleinprojekt – für echte KI-Entwicklung

Das Basisprogramm Kleinprojekt fördert technisch anspruchsvolle Entwicklungen wie einen Prototyp, Proof of Concept oder ein MVP. Projektkosten bis 150.000 €, Förderung bis 88.500 € als Zuschuss.

UnternehmensgrößeAlleinMit Kooperation
Kleinunternehmen45 %60 %
Mittleres Unternehmen35 %50 %

Einreichung laufend bis 31. Dezember 2026, entschieden wird in sieben Sitzungen pro Jahr. Größere Vorhaben laufen über das reguläre Basisprogramm, dann kommt der Steiermark!Bonus automatisch dazu.

Forschungsprämie – 14 % zurück vom Finanzamt

Wer eigene KI-Entwicklung betreibt, kann über die Forschungsprämie 14 % der F&E-Ausgaben zurückholen. Dafür braucht es ein kostenloses FFG-Gutachten, beantragt nach Ende des Wirtschaftsjahres über FinanzOnline. Die Prämie selbst wird mit dem Formular E108c beim Finanzamt geltend gemacht.

aws und KMU.DIGITAL: derzeit geschlossen

  • aws Digitalisierung: Die Calls „Künstliche Intelligenz“, AI-Adoption, AI Wissen und AI Start Green sind laut aws geschlossen. Ein neuer Call ist nicht angekündigt.
  • KMU.DIGITAL: Das Budget von KMU.DIGITAL 4.0 ist laut offizieller Seite ausgeschöpft. Ab 2027 wird das Programm nicht fortgeführt.

Welche Förderung passt und wie Sie sie beantragen

Welches Programm passt, hängt vor allem von zwei Fragen ab: Entwickeln Sie etwas Neues oder führen Sie ein fertiges Tool ein? Und arbeiten Sie mit einer Forschungseinrichtung zusammen?

  • Sie führen ein fertiges KI-Tool ein (z. B. ChatGPT oder Copilot): Starten Sie mit einer Schulungsförderung, also SFG Weiter!Bilden oder in den StAF-Regionen der KI-Qualifizierung.
  • Sie entwickeln selbst und haben einen Forschungspartner: Klären Sie die Machbarkeit zuerst über den FFG Innovationsscheck.
  • Kleines Entwicklungsprojekt bis 20.000 €: SFG Ideen!Reich XS.
  • Größeres Entwicklungsprojekt: SFG Ideen!Reich XL oder FFG Basisprogramm Kleinprojekt, eigene F&E-Kosten zusätzlich über die Forschungsprämie.

Wer nur Tools einführt, startet mit einer Schulungsförderung. Wer selbst entwickelt, klärt die Machbarkeit zuerst über den Innovationsscheck und wählt dann nach Projektgröße.

Förderungen kombinieren

Programme lassen sich kombinieren, solange nicht dieselben Kosten doppelt gefördert werden. Ein typischer Weg für ein steirisches KMU:

  1. Schulung: Team-Workshop zu KI über Weiter!Bilden (30 %) oder, in den StAF-Regionen, über die KI-Qualifizierung (bis 80 %).
  2. Machbarkeit: Use Case mit einer FH oder Uni prüfen, finanziert über den FFG Innovationsscheck (80 %, max. 10.000 €).
  3. Umsetzung: Prototyp über SFG Ideen!Reich XS oder bei größerem Umfang über das FFG Basisprogramm Kleinprojekt.
  4. Steuer: Eigene Entwicklungskosten, die nicht gefördert wurden, über die Forschungsprämie (14 %) geltend machen.

Einige Programme, etwa der Innovationsscheck, sind De-minimis-Beihilfen. Dafür gilt eine Obergrenze von 300.000 € in drei Jahren pro Unternehmen.

Schritt für Schritt zum Antrag

  1. Projekt beschreiben: Problem, KI-Lösung, messbarer Nutzen (z. B. Stunden pro Woche gespart), Zeitplan.
  2. Programm wählen: Mit der Tabelle oben prüfen, was zu Größe, Standort und Projektart passt.
  3. Angebote einholen: Schriftliche Angebote von Anbietern oder Forschungspartnern, aber noch nichts unterschreiben.
  4. Antrag einreichen: SFG-Portal (Ideen!Reich, Weiter!Bilden) oder FFG eCall (Innovationsscheck, Basisprogramm).
  5. Zusage abwarten: Bei der SFG mindestens sechs Wochen nach dem Stichtag.
  6. Umsetzen und dokumentieren: Rechnungen, Zahlungsbelege und Stundenaufzeichnungen sammeln.
  7. Abrechnen: Endbericht und Kostennachweis einreichen, dann wird ausgezahlt.

Häufige Fehler

  • Zu früh gestartet: Ein unterschriebener Auftrag vor dem Antrag macht das Projekt bei SFG und FFG meist nicht mehr förderbar.
  • Veraltete Infos: Viele Ratgeber nennen noch KMU.DIGITAL oder aws-KI-Calls. Beide nehmen 2026 keine Anträge mehr an.
  • Reiner Software-Kauf: Ein ChatGPT- oder Copilot-Abo allein ist kein Innovationsprojekt. Gefördert wird die Entwicklung oder Anpassung einer Lösung für Ihren Betrieb.
  • Nutzen nicht belegt: Anträge ohne messbares Ziel, etwa gesparte Stunden oder weniger Fehler, haben schlechtere Chancen.
  • Datenschutz vergessen: KI-Projekte mit Kunden- oder Mitarbeiterdaten brauchen ein DSGVO-Konzept. Mehr dazu in unserem Artikel zu Datenschutz und EU AI Act.

FAQ

Gibt es 2026 noch eine KI-Förderung der Stadt Graz?

Nein. A.I. Love Graz war bis 31. März 2026 offen. Ein Call für 2027 ist noch nicht angekündigt.

Wie viel Förderung bekommt ein Grazer KMU für ein kleines KI-Projekt?

Über SFG Ideen!Reich XS sind 30 bis 60 % möglich, maximal 14.000 €. Der Regionalbonus gilt nur außerhalb von Graz.

Brauche ich für eine KI-Förderung einen Forschungspartner?

Nur für den FFG Innovationsscheck. Bei Ideen!Reich und dem Basisprogramm erhöht eine Kooperation aber die Förderquote.

Wird die Einführung von ChatGPT oder Microsoft Copilot gefördert?

Die Lizenz allein nicht. Förderbar sind Schulungen über Weiter!Bilden oder StAF und eigene Anpassungen, etwa ein Assistent mit Firmendaten.

Wann muss ich den Antrag stellen?

Immer vor Projektbeginn und vor der ersten Rechnung. Bei Ideen!Reich XS sind die nächsten Stichtage der 15. Oktober und der 16. November 2026.

Gibt es KMU.DIGITAL noch?

Nein. Das Budget ist ausgeschöpft, und ab 2027 wird das Programm laut WKO nicht fortgeführt.

Fazit: Jetzt noch Stichtage 2026 nutzen

Die großen KI-Töpfe von Stadt Graz, aws und KMU.DIGITAL sind für 2026 erschöpft. Mit SFG Ideen!Reich und den FFG-Programmen lassen sich steirische KI-Projekte aber weiterhin mit 30 bis 80 % fördern. Wer noch 2026 starten will, sollte den Stichtag 15. Oktober (Ideen!Reich XS) oder den 2. November (Innovationsscheck) anpeilen.

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Hinweis: Alle Angaben ohne Gewähr, Stand 5. Oktober 2026. Förderbedingungen ändern sich laufend. Prüfen Sie vor dem Antrag die Richtlinie beim jeweiligen Fördergeber.

Quellen

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